Die Sperlingstraße

 

Die Häuser in der Sperlingstraße, die früher Spatzengasse hieß, wurden in den Jahren 1788-1795 erbaut. Die ehemalige Bezeichnung Spatzengasse erinnert an Matth. 10/29 , wo es heißt: „Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfenning“ und meint wohl eine Straße der kleinen Leute. In der Tat wohnten dort Taglöhner, Soldaten, herrschaftliche Diener, Musiker und kleine Handwerker. Um auch hier  die Bauneigung zu fördern, war der Fürst neuerdings bereit, sogar bei einstöckigen Häusern mehr als 100, aber höchstens 200 Gulden Vorschuß zu bewilligen. So entstand in sieben Jahren eine ganze Straße. Wie die Neubauten besteuert wurden, sei an einem Beispiel aufgezeigt. Ein Kontigentsmusketier,  dessen Haus vor dem oberen Tor auf 350 Gulden Wert geschätzt wurde, mußte folgende Abgaben entrichten: bei einer Steuermasse von 53 Gulden  (rund ein Fünftel des Wertes) und einer Fahrnismasse von 15 Gulden waren zu bezahlen: 17 Kreuzer, vier Heller Grundzins, sieben Kreuzer, vier Heller für ein Huhn, ein Kreuzer, vier Heller für drei Eier und zwei Gulden Dienstgeld, insgesamt also etwa zweieinhalb Gulden.